Vorgehen beim Einsatz „Brandmeldeanlage“

1.Während der Anfahrt Informiert sich der Einsatzführer/Einsatzleiter mithilfe des Feuerwehrplans über das Objekt. 

2. Grundsätzlich wird am Objekt immer zuerst der Objektschlüssel aus dem FSD (Feuerwehr-Schlüssel-Depot) entnommen, auch wenn der Betreiber beteuert, alle Schlüssel zur Hand zu haben. 

3. Der Einsatzleiter begibt sich zur Erstinformationsstelle und stellt dort die ausgelösten Melder am FAT (Feuerwehr-Anzeige-Tableau) fest.

4. Danach wird die Feuerwehrlaufkarte der entsprechend ausgelösten Meldergruppe entnommen. WICHTIG: Melderart beachten!

5. Um weitere ausgelöste Melder zu bemerken, muss sich immer ein mit Funk ausgerüsteter Feuerwehrkamerad an der BMZ (Brand-Melde-Zentrale) aufhalten. Eine weitere ausgelöste Meldergruppe wird bei einer bereits ausgelöste BMA (Brand-Melde-Anlage) nicht an die Leitstelle übertragen. Folgealarme werden also erst übertragen, wenn die BMA zurückgestellt ist. 

6. Handfeuermelder müssen im Gegensatz zu automatischen Meldern manuell zurückgestellt werden. Bei allen Meldern ist gleich, dass der Drucktaster nach der Betätigung arretiert wird und eine rote LED die Auslösung des Melders anzeigt. Der Melder ist mittels eines speziellen Schlüssels zu öffnen und der Arretierhebel zu lösen, wenn er nicht bereits durch den Öffnungsvorgang des Meldergehäuses entriegelt wurde. Dieser Arretierhebel sitzt je nach Meldertyp im Gehäuse an der linken Seite oder rechts oberhalb der Scheibe. Es gibt jedoch auch Melder, die nur durch Schließen des Schlosses bereits zurückgestellt werden. 

7. Der ausgelöste Melder ist immer zu kontrollieren (d.h., nicht nur der Raum, sondern der ausgelöste Melder ist in Augenschein zu nehmen). Der Melder wird immer nach dem auf der Feuerwehrlaufkarte aufgedruckten Weg aufgesucht. Der Angriffstrupp begleitet den Einsatzleiter mit Pressluftatmer und Kleinlöschgerät.

8. Spätestens nach der Kontrolle des ausgelösten Melders muss eine Lagemeldung an die Leitstelle abgesetzt werden (beachte: Unterscheidung Fehl- und Täuschungsalarm)

9. Nach der Kontrolle des ausgelösten Melders sollte der Betreiber der BMA verständigt werden, auch bei einer „Fehlauslösung“ der Anlage. Ist er, bzw. sind dessen Mitarbeiter nicht vor Ort, kann dies ggf. über die Leitstelle erfolgen. Grundsätzlich ist die BMA-Auslösung im Betriebsbuch der Brandmeldeanlage einzutragen.

10. Zum Abschluss wird der Objektschlüssel wieder in das Feuerwehr-Schlüsseldepot gesteckt und um 90 Grad gedreht. Danach wird das FSD geschlossen.

11. Die Brandmeldeanlage wird immer über das Feuerwehr-Bedienfeld zurückgesetzt – nie über die Brandmeldezentrale. Einsatzkräfte der Feuerwehr dürfen niemals Meldergruppen außer Betrieb nehme – auch nicht, wenn die gleiche Meldergruppe in kurzen Abständen mehrfach ausgelöst hat. Ggf. bleibt die Feuerwehr bis zur Übergabe der Einsatzstelle an den Betreiber (evtl. mit reduzierten Kräften) vor Ort.

Drehleiter als zweiter Rettungsweg

Fluchtwege und Rettungswege

In diversen Vorschriften taucht einmal der Begriff „Fluchtweg“ ein anderes mal der Begriff „Rettungsweg“ und ein weiteres mal der Begriff „Flucht- und Rettungsweg“ auf. Doch wo liegt der Unterschied zwischen diesen Begriffen? Dieser Frage gehen wir in diesem Beitrag nach.

Rettungsweg

Weg, über den Rettungskräfte zu den in Not befindlichen Personen vordringen können, um von diesen unmittelbare Gefahr abzuwenden.

Retten = abwenden eines lebensbedrohenden Zustandes

Beispiele:

  • Notwendiger Flur
  • Notwendige Treppe mit notwendigem Treppenraum
  • nicht notwendige Treppen
  • Notleitern
  • Rettungsgeräte der Feuerwehr

Das Anlegen von Rettungswegen zählt zu den Maßnahmen des baulichen Brandschutzes. Der Rettungsweg soll es den Rettungskräften ermöglichen, Personen aus einer Gefahrenlage zu befreien. Für jede Nutzungseinheit mit mindestens einem Aufenthaltsraum müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein.

Fluchtweg

Weg für die Flucht der Bewohner, Beschäftigten, Kunden und anderer Personen. Über diesen weg können Sie sich selbst in Sicherheit bringen.

Beispiele:

  • Notwendiger Flur
  • Notwendige Treppe mit notwendigem Treppenraum
  • nicht notwendige Treppen
  • Notleitern

Definition nach ASR A2.3 Fluchtwege und Notausgänge, Flucht und Rettungsplan

„Fluchtwege sind Verkehrswege, an die besondere Anforderungen zu stellen sind und die der Flucht aus einem möglichen Gefährdungsbereich und in der Regel zugleich der Rettung von Personen dienen. Fluchtwege führen ins Freie oder in einen
gesicherten Bereich. Fluchtwege im Sinne dieser Regel sind auch die im Bauordnungsrecht definierten Rettungswege, sofern sie selbstständig begangen werden können.“ [ASR A2.3 (Ziff. 3.1)]

Angriffsweg

Weg, den die Feuerwehr benutz, um Menschen und Tiere zu retten, Sachwerte zu bergen und einen Brand zu bekämpfen bzw. Gefahr abzuwenden.

 

Erster Rettungsweg

Der erste Rettungsweg muss immer baulich sein – also eine ständig vorhandene feste bauliche Einrichtung – und ohne fremde Hilfe jederzeit begangen werden können. Er kann sich aus dem horizontalen Rettungsweg (notwendiger Flur), dem vertikalen Rettungsweg (notwendige Treppe) sowie ihren Ein- und Ausgängen zusammensetzen und muss in der Regel auf eine öffentliche Verkehrsfläche führen.

 

Zweiter Rettungsweg

Der zweite Rettungsweg kann entweder baulich sein – eine weitere ständig vorhandene bauliche Einrichtung – und muss dann ohne fremde Hilfe jederzeit begangen werden können oder er wird im Gefahrenfall durch Rettungsgeräte der Feuerwehr gestellt.

Möglicher zweiter Rettungsweg über Drehleiter

Notwendiger Treppenraum

Notwendige Treppenräume müssen so angeordnet und ausgebildet sein, dass die Nutzung der notwendigen Treppen im Brandfall ausreichend lang möglich ist.

Notwendige Flure

Flure, über die Rettungswege aus Aufenthaltsräumen oder aus Nutzungseinheiten[1] mit Aufenthaltsräumen zu Ausgängen in notwendige Treppenräume oder ins Freie führen (notwendige Flure), müssen so angeordnet und ausgebildet sein, dass die Nutzung im Brandfall ausreichend lange möglich ist.

Freihalten von Flucht- und Rettungswegen

Im Falle eines Brandes muss die Ausbreitung von Rauch und Flammen durch Brand- und Rauchschutztüren verhindert werden. Diese Türen dürfen auf keinen Fall durch Keile, Stühle o.ä. blockiert oder festgebunden werden. Schäden an Türen (etwa nicht vollständiges Schließen) müssen sofort der Hausverwaltung mitgeteilt werden.

In den Fluren dürfen keinerlei Gegenstände abgestellt werden, die die Brandlast erhöhen und im Notfall ein Fluchtweghindernis darstellen könnten (Papier, Möbel, Abfälle, usw,).

 

[1] Umgangssprachlich werden unter Nutzungseinheiten Bereiche verstanden, die gleichartig/vergleichbar genutzt werden oder in sich geschlossene (auch baulich begrenzte) funktionell zusammengehörige Bereiche umfassen (z. B. Wohnungen, Anwaltskanzleien, Arztpraxen usw.) Quelle: http://www.secupedia.info/wiki/Nutzungseinheit#ixzz3xJJMrsfY

Fluchtweglänge

Die ASR A2.3 regelt die Fluchtweglänge. Diese „muss möglichst kurz sein“ (ASR A2.3).

Tabelle Fluchtweglänge nach ASR A2.3

Tabelle: Fluchtweglänge nach ASR A2.3

Fluchtwegbreite

„Die Mindestbreite der Fluchtwege bemisst sich nach der Höchstzahl der Personen, die im Brandfall den Fluchtweg benutzen, und ergibt sich aus nachfolgender Tabelle:

Tabelle Fluchtbreite nach ASR A2.3

Tabelle Fluchtbreite nach ASR A2.3

Bei der Bemessung von Tür-, Flur- und Treppenbreiten sind sämtliche Räume und für die Flucht erforderliche und besonders gekennzeichneten Verkehrswege in Räumen zu berücksichtigen, die in den Fluchtweg münden. Tür-, Flur- und Treppenbreiten sind aufeinander abzustimmen.

Die Mindestbreite des Fluchtweges darf durch Einbauten oder Einrichtungen sowie in Richtung des Fluchtweges zu öffnende Türen nicht eingeengt werden. Eine Enschränkung der Mindestbreite der Flure von maximal 0,15 m an Türen kann vernachlässigt werden. Für Einzugsgebiete bis 5 Personen darf die lichte Breite jedoch an keiner Stelle weniger als 0,80 m betragen“ (ASR A2.3).

Aufgaben des Brandschutzbeauftragten

Der Brandschutzbeauftragte hat im Rahmen seiner Tätigkeiten eine kontrollierende Aufgabe. Z.B. muss er während eine Begehung auf die oben genannten Punkte achten, insbesondere auf die Forderung:

„Die Mindestbreite des Fluchtweges darf durch Einbauten oder Einrichtungen sowie in Richtung des Fluchtweges zu öffnende Türen nicht eingeengt werden“ (ASR A2.3)

Fluchtweg_Tisch und Stühle

Notausstieg UG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verantwortung im Brandschutz

Die Verantwortung im Brandschutz trägt der Unternehmer.

Die Bekämpfung und Verhütung von Entstehungsbränden stellen ein Interesse sowie eine Aufgabe aller im Unternehmen beschäftigten Personen dar. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Unternehmerinnen und Unternehmer bzw. die Leiterin und Leiter eines Standortes tragen die Verantwortung für die Erreichung der gesetzlich sowie von der Versicherung und betriebsintern vorgegebenen Schutzziele im Betrieb.

Schutzziele im betrieblichen Brandschutz

Ziel ist es, die gesetzlich geforderten Schutzziele zu erfüllen und somit die Rechtssicherheit zu gewährleisten. Die Schutzzieldefinition ergibt sich insbesondere aus der Bewertung folgender Komponenten:

  • Mögliche Gefahren für Leib und Leben
  • Betriebliche Aspekte (z.B. Produktion, Logistik, Störfallvorsorge, Image, Arbeitsplätze)
  • Risikotechnische Aspekte (z.B. Standortsicherheit, Redundanzen, Lieferverpflichtungen, Wettbewerb)
  • Versicherungstechnische Aspekte (z.B. Versicherbarkeit, Wertbelastung, Prämienfindung, Sachschutzinteresse)

Über die gesetzlichen Schutzziele (im Wesentlichen Personen- und Umweltschutz bis hin zum Nachbarschaftsschutz, etc.) hinaus, haben Unternehmen in der Regel zusätzliche spezifische Schutzzielinteressen wirtschaftlicher bzw. finanzieller Art wie z.B.:

  • Kapitalerhalt und Gewinnsicherung,
  • Lieferfähigkeit, der Marktpräsenz und des Images,
  • Eigentums-, Sach- und Vermögensschutz,
  • Arbeitsplätze,
  • Kosten-Nutzen-Optimierung

Verantwortung im Brandschutz

Wie bereits beschrieben, ist der Unternehmer für den Brandschutz in seinem Betrieb verantwortlich. Er muss daher Aufgaben, die sich aus dieser Verantwortung ergeben, erfüllen. Da der Unternehmer dies in der Regel nicht alleine bewältigen kann, muss er eine innerbetriebliche Struktur aufbauen, um im Hinblick auf den Brandschutz Rechtssicherheit zu erreichen. Im deutschen Regelwerk und der sich darauf beziehenden Literatur gibt es Anhaltspunkte, wie eine solche Brandschutzorganisation sinnvoll aufzubauen ist. Im Folgenden stellen wir Ihnen einen möglichen Aufbau vor.

Verantwortung des Unternehmers

Der Unternehmer als oberste Stufe ist verantwortlich für alle Belange rund um den Brandschutz. Er trägt daher auch die Verantwortung für die Sicherheit der Beschäftigten. Zwar kann der Unternehmer diese Aufgaben an nachgeordnete Führungskräfte delegieren, entbindet sich aber dadurch nicht der Verantwortung. Er hat weiterhin seine Pflichten im Brandschutz nachzukommen. Das sind im Einzelnen:

  • Aufbau einer geeigneten Brandschutzorganisation,
  • Auswahl geeigneter Funktionsträger (z.B. Brandschutzbeauftragter, Brandschutz- und Evakuierungshelfer),
  • schriftliche Bestellung des Brandschutzbeauftragten mit klarer Aufgaben-, Kompetenz- und Berichtspflichtenzuweisung,
  • Kontrolle der Führungskräfte, Funktionsträger,
  • Festlegung der Kommunikationswege,
  • Sicherstellung der Behebung von festgestellten Brandschutzmängeln,
  • innerbetriebliche Dokumentation aller getroffenen Maßnahmen.

Ablauforganisation

Die Ablauforganisation dient dazu, logisch-zeitliche Abfolgen innerhalb der Brandschutzorganisation zu regeln. Sie beinhaltet daher beispielsweise Hilfsmittel wie:

  • Ablaufbeschreibungen
  • Verfahrensanweisungen,
  • Checklisten,
  • Formulare,
  • Management-Software

Daraus ergeben sich mehrere Aufgaben, die nachfolgend dargestellt werden:

Information und Unterweisung

Die Mitarbeiter sind regelmäßig zu informieren und zu unterweisen. Hier ist analog den bekannten Regelwerken der Arbeitsschutzvorschriften zu verfahren, die eine mindestens jährliche Information bzw. Unterweisung der Mitarbeiter fordern. Inhalt dieser Unterweisung ist das Vorschriften- und Regelwerk zum Brandschutz. Dazu gehören die einschlägigen Gesetze, Verordnungen und Vorschriften. Grundvoraussetzung ist die regelmäßige Prüfung, welche Neuerungen und Änderungen sich in den Regelwerken zum Thema Brandschutz ergeben haben. Dabei ist sicher zu stellen, dass die Informationen zielgruppengerecht aufgearbeitet werden, um sie dann durch die Verantwortlichen verständlich vermitteln zu können.

Aus- und Fortbildung

Ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Brandschutzorganisation ist die richtige Aus- und Fortbildung der für den Brandschutz eingesetzten Funktionsträger.

Zum Beispiel empfiehlt es sich nach der Auswertung der Räumungsübung, sowie den durchgeführten Audits, die daraus gewonnen Erkenntnisse den Mitarbeitern, insbesondere den Brandschutz- und Evakuierungshelfern in einer Folgeunterweisung mitzuteilen. Dadurch können eventuell ermittelte Verbesserungspotentiale unmittelbar in der Praxis umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden.

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Mit der Ausbildung eines Brandschutzbeauftragten erhielt dieser die notwendige Sachkunde zur Ausübung seiner Aufgaben. Wie alle Sachkundigen muss dieser sein Fachwissen auf dem aktuellen Stand halten. Gerade im Bereich des Brandschutzes stellen sich durch neue technische Standards, rechtliche Vorgaben oder auch die sich ständig ändernden betriebsbedingten Brandrisiken im Unternehmen immer wieder neue Anforderungen an die Brandschutzbeauftragten. Nach der DGUV Information 205-003 „Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“ muss die Fachkunde eines Brandschutzbeauftragten den aktuellen Erfordernissen sowie den sich ändernden Regelwerken und Vorschriften entsprechen. Demnach ist für den Brandschutzbeauftragten eine regelmäßige Fortbildung notwendig und zur qualifizierten Aufgabenbewältigung erforderlich. Dazu muss die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber dem Brandschutzbeauftragten die erforderliche Fortbildung unter Berücksichtigung der betrieblichen Belange ermöglichen.

Gemäß der DGUV I 205-003 sind innerhalb von drei Jahren mindestens 16 UE à 45 Minuten an Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen. Dies entspricht etwa einer zweitägigen oder zwei eintägigen Veranstaltungen.

Räumungsübungen

Im Sinne eines wirkungsvollen betrieblichen Brandschutzes, kommt der Überprüfung der gesetzten Ziele eine hohe Bedeutung zu. Daher sollten in regelmäßigen Abständen Räumungsübungen (vgl. Abb. 1) durchgeführt werden. Diese sind eine der Möglichkeiten um Mängel in der Brandschutzorganisation aufzudecken und haben das Ziel, das Verhalten der Personen im Gebäude nach einer Alarmierung gemäß den Vorgaben der Brandschutzordnung zu trainieren.

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Nach Inkraftsetzung der Brandschutzordnung empfiehlt es sich, grundsätzlich drei Räumungsübungen im Abstand von drei bis vier Monaten durchzuführen. Zu diesem Zeitpunkt ist zu berücksichtigen, dass die Mitarbeiter Verhaltensregeln und Handlungsanweisungen für den Brandfall erst noch kennenlernen und verinnerlichen müssen.

Die erste Räumungsübung dient dazu, die Regeln der Brandschutzordnung durch die Mitarbeiter umzusetzen. Somit liegt das Ziel der ersten Übung nicht in der Reduzierung der realen Räumungsdauer.

Der Zeitpunkt der ersten Räumungsübung wird den Personen im Gebäude bekannt gegeben. Somit erhalten alle Personen die Möglichkeit, sich im Vorfeld über die festgelegten Verhaltensregeln zu informieren.

Anschließend wird der Räumungsablauf ausgewertet. Auf Grundlage der hieraus gewonnenen Erkenntnisse ist es zu empfehlen, die Mitarbeiter, besonders die Brandschutz- und Evakuierungshelfer, weitgehend zu schulen.

Nach Verstreichen der oben genannten drei bis vier Monate empfehlen wir eine zweite Räumungsübung durchzuführen, bei der lediglich die Kalenderwoche bekannt gegeben wird. Ziel dieser zweiten Übung ist es, das Gelernte zu vertiefen und zu prüfen, wo Mängel in der Organisation vorliegen. Nach weiteren drei bis vier Monaten empfehlen wir dann eine dritte, unangekündigte Räumungsübung durchzuführen.

Die Folgeübungen dienen der Vertiefung des Gelernten sowie dem Aufspüren und Beseitigen von Mängeln in der brandschutztechnischen Organisation.

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Audits

Regelmäßige Begehungen durch die für den Brandschutz eingesetzten Personen sind unerlässlich und müssen laut Laschisky bei kleinen und mittelständischen Betrieben mindestens einmal im Quartal durchgeführt werden. Bei Großbetrieben sind die Begehungen an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Sie dienen dazu, Schwachstellen im Brandschutz aufzuzeigen, die Behebung von Schwachstellen zu kontrollieren und auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Anschließend ist an die zuständige Führungskraft Bericht zu erstatten (Laschinsky L. O. & Wiemann U. (2015). Brandschutzbeauftragter, FeuerTRUTZ, Köln).

Um im weiteren Verlauf die festgestellten Mängel und deren Maßnahmen auf Wirksamkeit zu überprüfen, werden weitere Audits durchgeführt. Eine Aufgabe des Brandschutzbeauftragten ist es, Maßnahmen (Lösungsvorschläge) vorzubereiten, sodass die nicht immer brandschutztechnisch ausgebildeten Vorgesetzten oder Verantwortlichen eine Entscheidungsgrundlage erhalten. Die Verantwortlichen haben die Entscheidung zu treffen, welche vorgefundenen Mängel mit welchen vorgeschlagenen Maßnahmen in welchem Zeitraum erledigt werden. Sollte keine Reaktion seitens des Verantwortlichen erfolgen, hat der Brandschutzbeauftragte wiederholt und regelmäßig auf die Mängel und die Notwendigkeit ihrer Behebung hinzuweisen. Dies kann beispielsweise bei den regelmäßigen Arbeitsschutzausschusssitzungen erfolgen. Damit wird der Brandschutzbeauftragte seiner Beratungsfunktion gerecht. Diesbezüglich empfiehlt es sich, mindestens einen viertel-jährlichen Intervall der Brandschutzaudits zu etablieren. Innerhalb dieses Zeitraumes werden sowohl technische als auch organisatorische Mängel im Brandschutz identifiziert und dokumentiert.

Die Umsetzung der vorbereiteten Maßnahmen dienen dazu, das Unternehmen und/oder den Betrieb “am Leben” zu erhalten indem

  • die Produktions- und Lieferfähigkeit aufrecht erhalten,
  • die Marktstellung erhalten,
  • der Imageverlust vermieden,
  • die Sach- und Vermögenswerte sichergestellt und
  • die Kreditwürdigkeit bewahrt werden.

Um eine adäquate und lösungsorientierte Mängelbeseitigung durchzuführen, schlägt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einem Leitfaden für die Verantwortlichen im Betrieb und Unternehmen (VdS 2009 : 2008-01 (02)) ein Modell eines risikogerechten und schutzzielorientierten Brandschutzmanagements vor.

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Prozessmanagement

Im weiteren Ausblick ist eine Weiterentwicklung der Brandschutzorganisation sinnvoll. Die Brandschutzordnung (Teil A, B und C) sollte gelebte Kultur im Unternehmen werden. Hierfür müssen Rückmeldungen auf die verteilten Entwürfe aufgenommen und mit den Brandschutzhelfern des Unternehmens diskutiert, bewertet und erneut integriert werden. Eine so verabschiedete Brandschutzordnung, sollte dann Grundlage für Prozess- und Verfahrensbeschreibungen (z.B. für Evakuierungsfälle) werden.

Die Eignung der Brandschutzorganisation ist durch die Unternehmensleitung zu prüfen.

In der Rechtsprechung wurde das betriebliche Organisationsverschulden als Unterfall der unerlaubten Handlung nach §823 Abs. 1 BGB entwickelt. Demnach haftet die Unternehmensleitung, wenn sie versäumt hat, allgemeine organisatorische Anordnungen zu treffen. Das betriebliche Organisationsverschulden kennt drei Formen:

  • Selektionsverschulden: Dieses liegt vor, wenn ein Unternehmen die Verantwortung an ungeeignete Mitarbeiter delegiert.
  • Anweisungsverschulden: Arbeitsanweisungen fehlen oder sind lückenhaft.
  • Überwachungsverschulden: Kontrollen werden gar nicht oder lückenhaft durchgeführt.

Um eine klare Grundlage der Rechtssicherheit zu erreichen, ist es notwendig, entsprechende STRUKTUREN der Brandschutzorganisation zu schaffen und Verantwortlichkeiten und Aufgaben zu definieren.

Wie die folgende Grafik zeigt, erfordert die Entwicklung und Einführung einer geeigneten Brandschutzorganisation einen hohen Arbeitsaufwand für den Brandschutzbeauftragten.

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Bei der Einführung der betrieblichen Brandschutzorganisation ist daher eine strukturierte Vorgehensweise unerlässlich. Als Arbeitsansatz kann die Einführung des betrieblichen Brandschutzes als Konzept betrachtet werden. In diesem bilden konzeptionelle Überlegungen das Grundgerüst der Brandschutzordnung und werden im weiteren Verlauf mit Inhalt und Leben gefüllt. Der Vorteil der konzeptionellen Vorgehensweise bei der Erstellung und Einführung einer Brandschutzordnung liegt darin, dass sich Aufgaben, Zuständigkeiten, organisatorische Abläufe und weitere Regelungen sowohl objektspezifisch als auch allgemeingültig darstellen lassen.

Inhalte gemäß DIN 14675

Gemäß DIN 14675 müssen Laufkarten mindestens Folgendes enthalten:
  1. Meldebereich
  2. Meldergruppe
  3. Meldernummer
  4. Melderart und Anzahl
  5. Gebäude/Geschoss
  6. Standort der Brandmeldezentrale
  7. Standort der Übertragungseinrichtung zur Feuerwehr
  8. Standort des Feuerwehrschlüsseldepots
  9. Standort von Parallelanzeigen der Brandmeldeanlage
  10. Laufweg vom Standort zum Meldebereich
  11. im Laufweg liegende Türen und Treppen
  12. vorhandene Feuerwehraufzüge
  13. Lage von Wandhydranten
  14. Raumkennzeichnung und Nutzung
  15. besondere Gefährdungen
  16. Legende der verwendeten Bildzeichen
  17. Datum der letzten Aktualisierung
Das Layout der Feuerwehrlaufkarten sollte generell mit der Brandschutzdienststelle im Vorfeld abgestimmt werden.