Erstellen von Feuerwehrlaufkarten nach DIN 14675

Feuerwehrlaufkarten sind grafische Hilfsmittel zur Orientierung der Feuerwehr im Meldebereich.
Diese sind standardisierte Orientierungshilfen, die der Feuerwehr helfen, den Ort eines ausgelösten Brandmelders möglichst schnell zu erreichen.
Daher zeigen diese eine vereinfachte Darstellung der Gebäudegrundrisse und einen Gebäudeschnitt mit Eintragung der ausgelösten Meldergruppe und dem Weg von der Brandmeldeanlage dorthin.
Als Informationsgrundlage für das Erstellen von Feuerwehrlaufkarten dienen die nach DIN VDE 0833-2 aufgestellten Ausführungsunterlagen:
  • Installationsplan
    • Grenzen des Sicherungs- bzw. Alarmierungsbereiches, Nutzungsart, Benennung der Meldergruppen
    • Ort und Typ der Anlagenteile
    • Verteiler mit den Verbindungen aller Anlagenteile
  • Anlagenbeschreibung
    • Meldergruppenverzeichnis
    • Liste der Anlagenteile
    • Hinweise für besondere Melder (z.B. Linienmelder)
    • Verknüpfungen zwischen den Alarmzuständen und der Meldergruppen
    • Hinweise auf die Struktur vernetzter Anlagen
  • Blockdiagramm der BMA
  • Lage der Melder, Meldergruppen, Meldebereiche Alarmbereiche und die aktuellen Grundrisspläne.
Gemäß DIN 14675 ist je Meldergruppe mindestens eine Feuerwehrlaufkarte bereitzuhalten.
Für die Zeichnung der Feuerwehlaufkarten ist eine vereinfachte Darstellung der Wände mit Türöffnungen und der Grundriss- und Schnittdarstellung ohne Maße zu wählen.
Hierbei sind sowohl die horizontalen, wie auch die vertikalen Wege durch das Gebäude vereinfacht darzustellen.
 
Die „vollständigen“ Feuerwehrlaufkarten sind an der Brandmeldezentrale in einem gesicherten und für die Feuerwehr jederzeit zugänglich aufzubewahren.
Gemäß DIN müssen diese aus formstabiler Folie oder Karton in geschützter Folie (laminiert) erstellt werden.
Eine Feuerwehrlaufkarte verfügt über eine Vorder- und Rückseite.
Auf der Vorderseite wird eine Gebäudeübersicht mit Grundriss und Schnitt dargestellt.
Aus der Gebäudeübersicht muss der Weg von der Brandmeldezentrale bis zur ausgelösten Meldergruppe mit grünen Pfeilen erkennbar sein.
Auf der Rückseite enthält die Feuerwehrlaufkarte einen Detailplan für den Meldebereich.
Zur eindeutigen Lokalisierung der Brandmelder muss der Detailplan für den Meldebereich die räumliche Zuordnung der Einzelmelder und Meldernummer dieser Meldergruppe enthalten.
Verdeckt eingebaute Melder müssen in der Feuerwehrlaufkarte besonders gekennzeichnet werden.

Inhalte gemäß DIN 14675

Gemäß DIN 14675 müssen Laufkarten mindestens Folgendes enthalten:
  1. Meldebereich
  2. Meldergruppe
  3. Meldernummer
  4. Melderart und Anzahl
  5. Gebäude/Geschoss
  6. Standort der Brandmeldezentrale
  7. Standort der Übertragungseinrichtung zur Feuerwehr
  8. Standort des Feuerwehrschlüsseldepots
  9. Standort von Parallelanzeigen der Brandmeldeanlage
  10. Laufweg vom Standort zum Meldebereich
  11. im Laufweg liegende Türen und Treppen
  12. vorhandene Feuerwehraufzüge
  13. Lage von Wandhydranten
  14. Raumkennzeichnung und Nutzung
  15. besondere Gefährdungen
  16. Legende der verwendeten Bildzeichen
  17. Datum der letzten Aktualisierung
Das Layout der Feuerwehrlaufkarten sollte generell mit der Brandschutzdienststelle im Vorfeld abgestimmt werden.

Änderung und Aktualisierung von Feuerwehr-Laufkarten

Feuerwehrlaufkarten müssen auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Deshalb ist es erforderlich, das sowohl aller Änderungen im Bereich der Brandmeldeanlage als auch bedeutsame bauliche Änderungen,
z.B. bei den Wegen durch das Gebäude, unverzüglich in die Laufkarten eingetragen werden. Verantwortlich hierfür ist der Betreiber des Gebäudes.